Tutorial “Lagenlook”

(von Sarah Ramerstorfer)

Geht’s euch wie mir?

Ich find Panele toll. Sie peppen Kleidungsstücke auf, auch für Teenies finden sich gute Motive und sie sind farblich so toll aufeinander abgestimmt.

Ich sehe, bestelle und freue mich! Sobald das Panel ankommt, grüble ich hin und her welcher Schnitt denn nun das gute Stoffstück am besten zur Geltung bringt und wie ich möglichst viel davon vernähen kann.

Gerade bei größeren (Kinder-)Größen und Langarmshirts ist das gar nicht so einfach und die Suche nach dem perfekten Schnitt gestaltet sich gerne mal schwierig.

Ich habe für mich die nette Lösung der überlappenden Ärmel entdeckt.

Der „verkehrte“ Lagenlook ist einfach zu nähen und macht nebenbei richtig was her!

Mit diesem kleinen Tutorial möchte ich euch zeigen, wie ich es mache.

Schritt 1: Ärmel vorbereiten

Ich übertrage das Schnittmuster wie gewohnt auf Baufolie oder Seidenpapier.

Ich gehe von einem Langarmschnitt aus, von dem ich weiß, dass er gut passt. Ob es ein Raglanschnitt oder die klassische Ärmellösung ist, spielt dabei keine Rolle.

Erstmal geht’s ans Ärmel kürzen.

Ich messe dazu die die Länge des Ärmels aus, drittle den erhaltenen Wert und markiere mir am Schnittmuster das erste obere Drittel. Bei Raglanärmel bedenkt bitte, dass ihr diese Linie etwas weiter unten setzt, da die Raglanärmel ja direkt am Hals ansetzen.

Bei meinem gewählten Schnitt sind die Ärmel 43,5cm

lang. Ein Drittel ergibt 14,5cm. Das messe ich von der Armkugel in der Mitte nach unten und erhalte so die neue Schnittkante.

Tipp: Wenn ihr unsicher seid, nehmt einfach ein gut passendendes Kurzarm-Shirt als Vorlage und orientiert euch daran.

Schritt 2: Zuschnitt

Nun schneidet ihr euer Schnittteil auf Plastik, Folie oder Papier an der ermittelten Linie ab und erhaltet so zwei neue Teile: den Kurzarm und das Ärmelunterteil.

Wenn es nicht schon geschehen ist, wählt nun eure Stoffe aus. Für den unteren Teil des Ärmels bieten sich unifarbene Stoffe an, aber erlaubt ist bekanntlich was gefällt.

Wichtig:
Beim Stoffzuschnitt des Kurzarm-Teils an der Unterkante des Kurzarms 2cm plus eure individuelle Nahtzugabe zugeben!

Beim Stoffzuschnitt des Ärmelunterteils an der Oberkante 2cm zugeben und an der Unterkante, -je nach gewünschtem Saumabschluss- „normale“ Nahtzugabe für Bündchen oder ebenfalls die Zugabe für das Säumen – ich gebe hier gerne 2cm zu.

Ihr habt nun vor euch liegen:

  • 2x Kurzarm gegengleich

(+2cm Zugabe für den Umschlag an der Unterkante plus eure Nahtzugabe)

  • 2x Ärmelunterteil gegengleich
    (+2cm Zugabe für den Umschlag an der Oberkante und Zugabe an der Unterkante)

Schritt 3: Nähen

Jetzt kann’s losgehen!

Wenn ihr euch spätestens an dieser Stelle das Bügeleisen einsteckt, werdet ihr mit einem sauberen Ergebnis und (noch) einfacher(er) Verarbeitung belohnt ;).

Außerdem braucht ihr Messwerkzeug.

  1. Legt euch den Kurzarm und das Ärmelunterteil rechts auf rechts mit den Schnittkanten bündig aufeinander und näht die Teile aneinander. Am einfachsten geht das mit einer Overlockmaschine. Bei einer normalen Nähmaschine achtet auf einen dehnbaren Stich.

 

  1. Die linke (schöne) Stoffseite deines Ärmels liegt oben, der Kurzarm und das Unterteil liegen aufeinander, die Overlocknaht zeigt nach oben.
    Miss dir nun 2cm aus, klappe den Ärmel an dieser Stelle wieder hoch und bügle den Umschlag gut.

 

lch habe hier mit dem Bügellineal von Prym gearbeitet. Du kannst dir aber auch die Linie markieren, oder mit Hilfe eines Kartons umbügeln.

3. Stecke dir nun deinen Umschlag gut fest. Ich habe ihn auf der rechten Seite gesteckt, da ich danach auf der rechten Seite eine Covernaht mache. Du kannst natürlich auch auf der linken Seite feststecken.

4. Nähe nun deinen Umschlag am Falz so fest, dass du alle Stofflagen fixierst. Hier kannst du einen Zierstich oder die Zwillingsnadel verwenden, aber auch mit einem einfachen Geradstich arbeiten. Denk daran, dass die Naht etwas dehnbar sein muss und wähle die Einstellungen entsprechend!

Nun sind deine Ärmel im Lagenlook schon fertig und du kannst dein Shirt wie gewohnt fertigstellen!
War ganz einfach, oder? Wenn das nicht „Jerseymutti“ ist, dann weiß ich auch nicht! 🙂

 

Noch ein kleiner Tipp zum Abschluss:

Wenn ihr das Shirt seitlich geschlossen habt, entsteht an den Übergängen von Kurzarm zu Langarm eine recht knubbelige Naht, weil da einige Stofflagen aufeinandertreffen.

Ich steppe die Nahtzugabe abschließend gerne ein paar Millimeter neben der Naht ab. So liegt die Nahtzugabe an der Stelle schön flach.

 

 

Viel Spaß beim Nachnähen!

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